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Werte Bürgerinnen und Bürger von Walschleben,

in wenigen Tagen endet nach 14 Jahren meine dritte Amtszeit als Bürgermeister in dieser Gemeinde. Dem künftigen Gemeinderat werde ich nicht mehr zur Verfügung stehen.

Hinter uns liegen die ersten freien Wahlen nach Jahrzehnten, zu denen ich dreimal Ihr deutliches Votum erhielt. Sie gaben mir damit ihr Vertrauen und verbanden natürlich auch Hoffnungen mit ihrer Entscheidung. Vor dem Hintergrund beachtlicher Erwartungshaltungen in der Gemeinde war mir Ihr Auftrag eine ernsthafte Verpflichtung.

Ich bedanke mich auf diesem Weg bei all denjenigen, die mir ihr Vertrauen schenkten, auch bei den Vielen, die mir besonders in den letzten Monaten auf die Schulter klopfen und die Gemeinde auf ihrem eingeschlagenen Kurs bestärkten.

Drei Wahlperioden nach 1990 muss auf das Erreichte verwiesen werden. Und allen notorischen Nörglern zum Trotz, ist in Walschleben auf kommunaler Strecke in nur 14 Jahren mehr geschehen, als in 40 Jahren zuvor. In erster Linie ist dies das Werk der Gemeinderäte, die sich fernab jeglichen Parteiengerangels um die Sachprobleme des Ortes bemühten und vieles aufgearbeitet haben. Das Wichtigste jedoch, es wird eine handlungsfähige und finanziell noch gesunde Gemeinde übergeben.

Bei einem gedanklichen Rundgang durch den Ort und die Umgebung gibt es keine 20 Meter ohne Aktivitäten der Gemeinde nach der Wende. Wo soll man mit einer Auflistung anfangen und aufhören?

Die kleinen, mittleren und großen Projekte in all den Jahren, würden diesen Rahmen sprengen. Tatsache ist, dass bis heute die dringlichsten und teils überfälligen Erfordernisse in der Gemeinde abgearbeitet wurden.

Allein mit 5 Brückenneubauten- und Sanierungen, Straßenbau und einem Schulneubau war und ist der Ort Walschleben seit 10 Jahren ein Investitionsschwerpunkt des Kreises.

Die Abwasserproblematik und der Bau ordentlicher Straßen, besonders im Oberdorf, sind niemals befriedigend gelöst worden. Diese Situation prägte das Ortsbild erheblich. Es verlieh dem Dorf diverse Beinamen und zahlreiche Ortsräte hat man an dieser Aufgabe, auch vor der Wende, gemessen.

Die Lösung der Abwasserbeseitigung und der Straßenbau wird seit nunmehr zwei Jahren realisiert.

Wegen der bisher ungewohnten Kostenbeteiligung der Bürger bei Erschließungsmaßnahmen, dürfte das wohl die unpopulärste und schwierigste Entscheidung eines Walschlebener Gemeinderates gewesen sein.

Diese Beschlüsse wurden grundsätzlich von jeder im Rat vertretenen Fraktion, der CDU, SPD und der PDS gefasst. Es möge im Nachhinein niemand etwas anderes aus Wahlkampf- oder sonstigen Gründen verkünden.

In dieser Zeit unterliegen auch die Gemeinden einem immensen Konkurrenzdruck. Wir dürfen den Anschluss nicht verlieren. Nur ein attraktiver Ort mit zeitgemäßer Infrastruktur kann junge Menschen halten und für Fremde interessant sein. Auch deshalb haben wir um die neue Grundschule gekämpft.

Populismus und Illusionen bringen Walschleben nicht weiter.

Dem künftigen Gemeinderat wünsche ich Mut und eine glückliche Hand. Der Gemeinde nur das Beste.

Volker Friedrich

Bürgermeister

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